Warum mehr Kunden Ihr Beratungsgeschäft nicht automatisch wachsen lassen
- David Utrilla Torres

- vor 2 Tagen
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Viele Cybersecurity-Berater möchten ihr Unternehmen auf die nächste Stufe bringen. Der erste Gedanke ist dabei meist derselbe: Es müssen mehr Kunden her.
Schließlich bedeuten mehr Kunden mehr Projekte und damit auch mehr Umsatz. Auf den ersten Blick klingt das logisch. In der Praxis zeigt sich jedoch oft ein anderes Bild.
Denn zusätzliche Kunden führen nicht automatisch zu einem besseren Geschäft. Häufig sorgen sie lediglich dafür, dass der Arbeitstag länger wird und die To-do-Liste weiter wächst.
Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, wie neue Kunden gewonnen werden können.
Viel wichtiger ist die Frage, wie sich mehr Kunden betreuen lassen, ohne dass dafür ständig mehr Zeit investiert werden muss.
Das klassische Beratungsmodell
Die meisten Beratungsunternehmen basieren auf einem einfachen Zusammenhang.
Mehr Beratertage führen zu mehr Umsatz.
Dieses Modell funktioniert seit Jahren und hat zahlreiche erfolgreiche Unternehmen hervorgebracht. Gleichzeitig besitzt es eine natürliche Grenze, die sich nicht beliebig verschieben lässt.
Zeit.
Jeder Berater verfügt nur über eine bestimmte Anzahl von Stunden, Tagen und Wochen im Jahr. Sobald weitere Kunden hinzukommen, steigt in der Regel auch der Aufwand.
Es müssen zusätzliche Workshops durchgeführt werden. Neue Projektpläne entstehen. Abstimmungen nehmen zu. Dokumentationen werden umfangreicher. Häufig kommen Reisen und organisatorische Aufgaben hinzu.
Der Umsatz wächst zwar, der Aufwand wächst jedoch im gleichen Maß mit.
Irgendwann ist der Kalender vollständig ausgelastet. Ab diesem Punkt lässt sich weiteres Wachstum meist nur noch durch zusätzliche Mitarbeiter erreichen.
Damit entstehen jedoch neue Herausforderungen. Neben höheren Personalkosten kommen Themen wie Einarbeitung, Qualitätsmanagement, interne Abstimmungen und Führung hinzu.
Warum viele Beratungen an dieser Stelle stagnieren
Interessanterweise liegt das Problem selten in einer fehlenden Nachfrage.
Viele Beratungsunternehmen haben genügend Anfragen und ausreichend potenzielle Kunden.
Die eigentliche Herausforderung steckt im Geschäftsmodell selbst.
Wenn jeder neue Auftrag automatisch mehr persönliche Arbeitszeit erfordert, entsteht keine echte Skalierung. Das Unternehmen wird größer, aber nicht unbedingt effizienter.
Aus einem Beratungsunternehmen wird dann vor allem ein umfangreicheres Projektgeschäft mit mehr Komplexität, mehr Ressourcenbedarf und höherem organisatorischem Aufwand.
Genau an diesem Punkt erreichen viele Firmen ihre Wachstumsgrenze.

Fazit
Mehr Kunden sind nicht automatisch die Lösung.
Oft machen sie die Schwächen eines nicht skalierbaren Geschäftsmodells erst sichtbar.
Wer langfristig wachsen möchte, sollte daher nicht nur über Vertrieb und Neukundengewinnung nachdenken. Ebenso wichtig ist die Frage, wie Leistungen standardisiert, automatisiert oder teilweise produktisiert werden können.
Im nächsten Teil betrachten wir einen weiteren wichtigen Faktor. Die Erwartungen der Kunden haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert – und genau daraus entstehen neue Chancen für moderne Beratungsunternehmen.